18.01.2018

Dammer Veredelungstag 2018

 „Es sind noch 300 Kilometer, dann hat die Afrikanische Schweinepest Deutschland erreicht“, so machte Andreas Stärk, Geschäftsführer der ISW Versicherungsmakler GmbH, am Mittwoch auf dem diesjährigen „Dammer Veredlungstag“ deutlich, dass sich die Seuchengefahr für Deutschland drastisch verschärft hat. Vor diesem Hintergrund war das von der Landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft Damme (LBD) gewählte Thema „Risikomanagement“ hochaktuell. Rund 190 Landwirte, darunter auch Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schulen Osnabrück-Haste und der Justus-von-Liebig-Schule, Vechta, waren der Einladung der LBD in den Saal Fangmann in Damme-Osterfeine gefolgt.

 

 

 

Andreas Stärk erklärte in seinem Vortrag „Wenn die Seuche kommt, kommt dann auch die Pleite“, dass der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest für die Schweinehalter in Deutschland eine wirtschaftliche Katastrophe bedeuten würde. Exportverbote, Marktpreisverfall, Transportverbote oder Ausräumen ganzer Bestände seien die Folgen. Hinzu kämen die Kosten für Leerstände, Desinfektion und Reinigung oder für die Gülleentsorgung, beschrieb Stärk das Szenario. „Müssen Tiere gekeult werden, ersetzt die Tierseuchenkassen dem Tierhalter zwar den sogenannten gemeinen Wert der getöteten Tiere sowie die Kosten für die Tötung und Räumung des Bestandes“, so Andreas Stärk, „Kosten für Leerstandzeiten oder für nicht zu vermarktende Tiere muss der Landwirt tragen“. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass es wichtig sei, die tatsächlichen Tierbestände bei der Tierseuchenkasse zu melden.

 

 

Neben der strikten Einhaltung von Hygienemaßnahme zur Vorbeugung der Schweinepest, könne sich der Landwirt durch den Abschluss einer Tierertragsschadensversicherung zusätzlich absichern, so Stärk. Als Versicherungsmakler arbeitet er mit verschiedenen Versicherungsunternehmen zusammen und unterstützt Landwirte in Versicherungsfragen und bei Schadensfällen.

Aber nicht nur Seuchen sondern auch Marktpreisschwankungen, agrarpolitische Einflüsse oder Änderungen in der Kreditwirtschaft können Risiken für die landwirtschaftlichen Betriebe bedeuten. Wie hier ein sinnvolles Risikomanagement funktionieren kann, erklärte Johann Kalverkamp, Vorstand der VR Agrarberatung AG den anwesenden Landwirten in seinem Vortrag „Der Bauer und der Bankkaufmann – Wunsch und Wirklichkeit“. „Unser Ziel ist es, eine nachhaltige Zukunftsfähigkeit der Betriebe zu sichern“, so Kalverkamp.

 

 

Dafür werde die aktuelle Situation auf den Agrarmärkten und die individuelle betriebliche Risikolage analysiert und Sicherheitsszenarien entwickelt. Erreicht der Betrieb einen vorher bestimmten Risikomarker, werden Gegenmaßnahmen eingeleitet. „Viele Landwirte reagieren mit Angst, wenn die Marktpreise fallen. Dann versuchen sie z. B. durch minderwertiges Futter den Verlust aufzufangen, wodurch wiederum die erzeugte Qualität leidet“, beschrieb Kalverkamp beispielhaft die Abwärtsspirale. Zu einem betrieblichen Risikomanagementsystem gehöre es, betriebliche Vorgänge zeitnah zu buchen, um bei Problemen die Reaktionszeiten zu verkürzen und mit den Banken einen Risikopuffer abzusprechen. Er appellierte an die Landwirte „kooperativ zu denken“. „Einzelkämpfer haben verloren“, so Kalverkamp. Statt neidisch aufeinander zu sein, sollte man gemeinsam die vorhandenen Ressourcen nutzen.

 

 

Am Rande des Veredlungstages konnten sich die Teilnehmer an Infoständen über die neuesten Angebote der LBD informieren wie z. B. über das nährstoffreduzierte Futterprogramm „Reducto“, die Futterbestell-App oder das Dienstleistungsangebot „Farmdoc“ zur Stoffstrombilanz.


 

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